Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Kettenschmierung und Fahrgefühl
#1
Big Grin 
Hallo zusammen!

ich greife mal den Beitrag "2 KW mehr" aus 2015 von raptor auf.
Hatte vor Jahren mal eine GS 650 Dakar und mir ging damals- trotz Hauptständer- dieses ständige Einfetten/ Reinigen der Kette auf den Zeiger.
Lösung: Kettenschmiersystem!
Hatte mich damals für einen Bausatz aus dem Netz entschieden, der einfach mit Schwerkraft funktioniert und in regelm. Intervallen das Kettenrad von einer Seite aus mit Öl versorgt.
Das Ergebnis war zufriedenstellend (Handhabung, Preis/ Leistung), eine Mehrleistung konnte ich allerdings bei den doch recht bescheidenen 48 PS nicht feststellen. Habe das Motorrad damals zusammen mit der Konstruktion auch wieder verkauft.  Angry
Nun fahre ich ja jetzt (neben einem wartungsfreien "belt-drive"; wartungsfrei bezieht sich übrigens nur auf den Antrieb, nicht auf das ganze Moped Cry  ) auch noch "Kette" ohne Hauptständer...

Kurz um, es sollte wieder eines angebaut werden. Der Bausatz ist nicht mehr verfügbar, die Einzelteile mit ein wenig Recherche im Netz schon, Kosten lagen bei ca. 75€.

Umweltaktivisten jetzt mal kurz weghören!!
Angebaut, alte Kette etwas vom gröbsten Schmodder befreit und ab zur ersten "Reinigungsfahrt". Das Intervall (Zeit zwischen den einzelnen Abgaben von Öl in Tropfenform) war ziemlich kurz bemessen (kein konstantes Tropfen, aber auch nicht mehr weit davon entfernt). Das Öl schleudert die restlichen Verunreinigungen der Kette fast komplett weg..

Im Anschluss natürlich auf ca. 1 Tropfen/ 90 Sek. zurückgedreht! Reicht aus, um die Kette mit einem schönen grauen Glanz zu überziehen.

Das Erste, was mit nach einigen Kilometern auffiel, war eine Veränderung in der Geräuschkulisse. Vom "Rasseln" in Richtung "Schnurren". Dann kam mehr und mehr Freude beim Beschleunigen und der Gasannahme auf. O.k., einem Vergleich zum 1200ccm Thunderstorm-Motor hält sie nicht stand, ich war aber angenehm überrascht von Ursache und Wirkung!

Wenn Interesse besteht kann ich die Teileliste samt Bezugsquelle und einige Bilder vom eingebauten Zustand einstellen. 

Viele Grüße und allzeit unfallfreie Fahrt!

Michael
DE01, Bj. 2001 102 Km/h, Ritzel 14, Kettenrad 50, Kettenschmierung Marke Eigenbau
Zitieren
#2
hallo Michael
ja ist schon eine feine Sache mit automatischer
kettenschmierung!
besonders für vielfahrer vorteilhaft.
eine gut geschmierte ketteist auf jedenfall viel
laufruhiger.
grüsse von bernd
Zitieren
#3
Setz doch bitte ein paar Bilder von deiner Spezial-Konstruktion online.
Zitieren
#4
Eines vorweg und um sich nicht mit fremden Federn zu schmücken: Die Idee stammt nicht von mir, die Ausführung ist an anderen Stellen im Internet, teilweise auch besser bebildert, beschrieben. Mir hat daran gefallen, dass es einfach aufgebaut/ angebaut werden kann und recht günstig in der Anschaffung ist. 
Das Ganze ist geschraubt/ gesteckt und besteht aus Kleinteilen, welche größtenteils über einen Anbieter im Internet bezogen werden können. Wer eine Teileliste (Warenkorb) und die Bezugsquelle haben möchte, schreibt mir einfach eine PN.

Komponenten:  
Ölbehälter (montiert an der höchsten Stelle am Motorrad)
   
Magnetschalter (passt seitlich unter die Sitzbank; ist gekapselt und kann daher Feuchtigkeit vertragen)
   
Nadelventil (einigermaßen zugänglich angebracht)
   
Zuführung Kette (o.k., man hätte unauffälligere Farben wählen können- hatte kein anderes Klebeband zur Hand Big Grin )
   

Schema: 
Der Ölbehälter besteht aus eine Weithalsflasche (Baumarkt) in dessen Deckel und Boden Löcher zum Befüllen, Entlüftung und zur Ölabgabe in den Schlauch gebohrt wurden. Die Entlüftung (um Unterdruck durch abfließendes Öl zu vermeiden) besteht aus einem Messing-Sinterfilter mit Schraubgewinde, welcher auf die Schottverbindung aufgeschraubt wird. Insgesamt werden drei Schottverschraubungen (1x Deckel, 2x Boden) angebracht, wobei die im Deckel einen Schlauchanschluss hat. Befüllt wird die Weithalsflasche über einen Schlauch (Schelle auf Schottverschraubung), den ich am Ende mit einer Schlossschraube verschlossen habe. Die Flasche fasst 250ml und müsste erst nach mehr als 8.000 Km nachgefüllt werden (Erfahrungswerte F650 GS Dakar). Dafür kann ich auf einen kleinen Trichter in der Garage zurückgreifen.
Das Öl fließt kontinuierlich gegen den Magnetschalter (stromlos geschlossen). Geschaltetes Plus bekommt dieser über das Rücklicht. Wenn ich das Licht einschalte, bestätigt mir der Schalter seine Funktion durch ein gut hörbares Klacken.
Das Nadelventil reguliert die Durchflussmenge und kann mit einer Kontermutter fixiert werden. 
Über die Schwinge gelangt das Öl dann auf die Kette. Optimal wäre, einen leicht federnden Draht in die letzten 20cm Schlauch einzuführen, ihm schräg abzuschneiden, und durch Biegen, ein leichtes Anlegen des Schlauchs zu gewährleisten. Ich hatte nicht das optimale Material zur Hand, wollte aber fertig werden. Zur Not reicht auch eine alte Fahrradspeiche (leider vom Durchmesser her zu dick), welche aussen am Schlauch mit viel Klebeband (dezente Farbe war ebenfalls nicht verfügbar) fixiert und gebogen wird.

Als Schmierung kann man aus meiner Sicht alle Öle (Kettensägen-Öl, 10W40 etc.) verwenden. 
Die Dosierung ist Gefühlssache und liegt bei mir bei ca. 1 Tropfen auf 120 Sek. 

Die Idee aus dem Netz, das Hinterrad sicher vom Boden zu bekommen, kann ich ebenfalls nur weiterempfehlen.
   

Allzeit gute Fahrt!
DE01, Bj. 2001 102 Km/h, Ritzel 14, Kettenrad 50, Kettenschmierung Marke Eigenbau
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste