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Lager Nockenwelle
#1
Moin, 
ich habe beim Einstellen der Kurbelwelle zur Nockenwelle festgestellt, dass das Lager der Welle im Zylinderkopf rd. 1 mm Spiel hatte. Im Laufe der Kilometer hatte sich das Lager aus bloßem Aluminium den Sitz nach unten, also in Zugrichtung der Kette, geweitet. Am Rand waren Materialverdrückungen zu erkennen.
Ich habe dann das Originallager gegen ein Rillenkugellager im Normformat getauscht. 

Das geht so.
Die drei Deckel 2, 6 und 7 am Motorgehäuse und Zylinderkopf entfernen.
Kurbelwelle und Nockenwelle auf die Markierungen ausrichten, Kette mit Draht oder stabilem Faden sichern, Nockenwellenrad lösen, Kettenspanner herausbauen, Kette, Zahnrad und Markierungsstift abnehmen.
Ventileinstellschrauben lösen und auf Spiel stellen.

Blick in den Deckel 2: 
   

Sicherungsblech an den Schrauben zurückbiegen und Schrauben entfernen, Sicherungsblech und Lagerhalter entfernen.

   

Schraube des Nockenwellenzahnrades wieder einschrauben - keine andere Schraube M10 verwenden, da sie andere Gewindesteigung haben!

Als wir uns gerade überlegten, das Lager und die Welle mit einem zu großen Abzieher herauszuziehen, mussten wir zum Glück keine weitere Gewalt ausüben: Der Abzieher fungierte als Griff und mit einem beherzten Zug und Ruck war das Lager mit der Welle lose.

Jetzt das alte gegen das neue Lager tauschen: 
Entweder war schon alles so verschlissen oder wir hatten Glück: Lager auf die Welle drücken war ohne große Kräfte möglich. Gerade Unterlage wählen (altes Alu-Lager) und beherzt drücken. 
Das Gleiche galt für den Einbau: Welle ausrichten, Welle und Lager einsetzen und leicht drücken. 

   

Dann: Das Originallager wird durch eine Nase am Lagerhalter in Position gehalten. Die Nase stört das neue Normlager. Wir Haben sie vorsichtig platt gebogen ohne das ganze Konstrukt zu verbiegen.
Den Rest nach WHB- Anleitung wieder zusammenbauen und die Ventile einstellen.

Bzgl. des Normlagers 6005 muss man wohl auf mehr Know-How zurückgreifen als ich. Ich habe ein schnödes Lager gekauft ohne auf das Spiel zu achten. Ich hoffe es hält.
 
Ob das alles hält und den Regeln der Kfz- Zunft entspricht, kann ich nicht sagen. Wir sind Laien mit Schruabenschlüsseln. Bei uns hat es bis heute 100 km funktioniert. Der Dauertest steht aber aus.

Ich finde es erschreckend, dass die Welle nur in einem Stück Aluminium läuft. Das kann auf die Dauer nicht gutgehen. Ein ordentliches Lager zu verwenden hätte den Hersteller rd. 5 € gekostet. Unser Lager hat 9 € und eine Weile Arbeitszeit gekostet.
Gruß
Andreas
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#2
Erst einmal, eine nette kleine Anleitung.

Nur ein paar Anmerkungen:
1. Der Passstift für das Nockenwellenzahnrad muss nicht aus der Nockenwelle raus gezogen werden.
2. Ein Gleitlager hat eine geringere Reibung, als ein Kugellager. Denn so "schwimmt" die Nockenwelle auf einem Ölfilm. Genau so wird es heuzutage im Motorenbau gemacht. Nur mit dem Umterschied, dass es beschichtete Lagerschalen sind. Wobei die Beschichtung hauptsächlich für die "Notlaufeigenschaften" zuständig sind.
3. Es sollte IMMER ein neues Sicherungsblech für die Schrauben verwendet werden.
4. Die "Arretierungsnase" die bei dir gerade gebogen wurde, sollte besser mit einem Dremel (oder etwas vergleichbaren) weg geschnitten werden. Wenn das "Geradebiegen" nicht richtig erfolgt, dann kann es passieren dass diese Nase gegen den Käfig der Kugeln stößt.

Ich verschiebe das ganze mal in den FAQ.
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