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Louis Miniblinker sechseckig - Reparatur
#1
Louis Miniblinker sechseckig - Reparatur



Guten Tag werte Foren-Gemeinde  

Ich möchte euch hier eine einfache wen auch etwas zeitaufwändige Methode zeigen, wie man die scheinbar begehrten kleinen sechseckigen Miniblinker von Louis und Co. ihrer Schwachstellen berauben kann.

Vorab: NACH dieser Reparatur ist ein Austausch des Leuchtmittels NICHT bzw, nur unter großen Aufwand möglich. ( nebenbei bemerkt: Lohnt sich das kaum wenn man sich den Preis für ein solch ein kleines Birnchen ansieht  )

Die große Schwachstelle dieser doch kleinen und vor allen für den Straßenverkehr zugelassenen Miniblinker ist die Verbindung der Metallbuchse zum Kunststoffgehäuse. Schon bei der Montage neuer Blinker muß man penibel darauf achten beim festziehen der Mutter ( SW 14 mm ) die Metallbuchse NICHT aus dem Kunststoffgehäuse zu ziehen.

Sind die Blinker schon älter geworden, und das Gewinde mit der 14er Mutter stark verrostet lässt sich der unter Umständen locker gewordene Blinker nicht mehr festziehen,oder schlimmstenfalls hat sich durch die Einwirkung von Sonnenwärme und sonstigen Einflüssen das Kunststoffgehäuse auf der Metallbuchse gelockert.

Hier eine Anleitung wie man die Blinker dennoch retten und wesentlich stabiler machen kann.Zeitaufwand für die reine Rep. inkl. Rüstzeit für die Bohrmaschine pro Blinker ca.eine Stunde.

Erforderlich: Kleine Bohrmaschine - ein 25 mm langer Stahlnagel mit mindestens 1 mm Durchmesser / max. aber 1,5 mm, 2 K-Kleber ( nur dann wenn die Gewindebuchse schon aus dem Kunststoffgehäuse raus - und das Gewinde im Kunststoff
hinüber ist ) 

Vorgeschichte bei meinem Blinkern:

Die Metallbuchse hatte sich komplett aus dem Kunststoffgehäuse gelöst und war extrem verrostet. Also wurde alles zerlegt 
( auch die kleine Gummitülle in der Metallbuchse muß entfernt werden - wird nicht mehr benötigt ) - und die Metallbuchse erstmal für 3 Tage in 10%ige Zitronensäure eingelegt um den Rost zu entfernen.

Die 14er Mutter lies sich dann leider immer noch nicht lösen selbst bei richtig stramm zugezogenen Schraubstock drehte sich die Hülse beim Versuch die Mutter zu lösen im Schraubstock mit - leider wurde mir dabei das Gewinde was eigentlich im Kunststoff verschraubt werden sollte zerstört. Macht aber nichts.

Nach dem Erhitzen des Metallstücks mittels eines Gasbrenners lies ich die Mutter endlich lösen.

Jetzt zur Rep:

Die Metallbuchse wurde wieder in das Kunststoffgehäuse gesteckt und mittig ein Loch im Durchmesser des verwendeten Stahlnagels komplett durch gebohrt. Der Stahlnagel hier stammt von einem " Bilderhaken" . Den Nagel mit dem Kopf nach oben im Schraubstock gut einspannen, den Kopf mit einer Spitzzange greifen ( Multitool o.ä. ) den Messingzierkopf kann man mit einer Spitzzange greifen und nach unten abschlagen ( Hammerschläge auf die Spitzen der Zange).

Dann wird der Nagel test-weise durch das Gehäuse und der Metallbuchse gesteckt. das geht etwas stramm, soll es aber auch - damit der Druck den der Kunststoff auf den Nagel ausübt gleichzeitig die kleine Bohrung im Kunststoff abdichtet.

Ein prüfender Blick in die Bohrung der Buchse zeigt das bei der Verwendung eines Nagels mit einem Durchmesser von 1,20 mm noch genügend Platz für die beiden Kabel übrig bleibt.

Jetzt macht man sich mit einem Bleistift eine Markierung an der Metallbuchse, wie diese zur Bohrung im Kunststoff stehen muß - das erleichtert später bei der Endmontage das finden der durchgehenden Bohrung.

Nagel wieder raus,Leuchtmittel mit den Kabeln wieder eingebaut und den 2 K -Kleber angerührt.

Den Teil der ( bei mir hier völlig vergrießgnaddelten ) Metallbuchse, der im Kunststoffgehäuse stecken soll mit 2 -Kleber einstreichen - die Buchse reinstecken bis die Bohrungen fluchten, den Nagel vorsichtig durchstecken, die Buchse nochmal ausrichten ( ich hatte " Spiel", weil das Gewinde für den Kunststoff kaputt war  ) und den Kleber trocknen lassen.

Nach dem Trocknen wird der Nagel mit etwa 1 mm Überstand abgezwickt und mit leichten Hammerschlägen verklopft.

Wer will, kann jetzt noch Kosmetik betreiben - etwas Schwarz-matt mit dem Pinsel aufgetragen - und gut isses.

Wer sich jetzt fragt " Warum der ganze Aufwand?" Dem will ich gerne antworten: Diese Blinker mit dem hellen Glas gibt es wohl nicht mehr,die mit dunklen Glas liegen beim Anbieter im " Sale-Fach" - d.h. die sind wohl auch im Abverkauf.

Ich habe mir diese Rep und den Aufwand gegönnt weil mir die kleinen Scheißerchen außerordentlich gut gefallen, und ich keine Lust habe, alle vier Blinker an meiner TW 125 zu erneuen.  

Der Nagel, der nun als Bolzen dient verbindet die Metallbuchse mit dem Kunststoff so, das sich die Metallbuchse eben NICHT mehr so leicht aus dem Kunststoff zieht,wenn man die Blinker montiert. Schraubt man diese mit Bedacht fest kann man die Mutter etwas fester anziehen als bei den neuen, die Blinker halten viel besser und lockern sich nicht mehr zwischen Kunststoff und Metallbuchse.

In Folge nun die Bilder.


                               
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#2
Gute Idee.
Ein ähnliches Problem hatte ich früher immer wieder mit den originalen TW-Blinkern. War die Befestigungsmutter zu fest angezogen, hatte es die aus dem Gummi raus gezogen.
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#3
Ich denke mal das kann man so bei sehr vielen Blinkern machen. Bei Blinkern mit Metallgehäuse wäre ich vorsichtig, wegen der Korrosion.
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