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Umbau auf komplett neu aufgebauten 225ccm Motor
#11
Moin!

Gestern habe ich mir den Zylinderkopf vorgenommen. Ausbauen der Nockenwelle samt Alugleitlager und Ventile. Für den Ausbau der Nockenwelle nehme ich mir einfach eine längere 10mm Feingewindeschraube und kontere diese mit einem Alublech, was ich auf der Dichtflächte Steuerkettenzahnrades gegenlagere. Somit lässt sich diese einfach ausziehen.

Für den Ventilausbau habe ich mir mal eine Konstruktion gebastelt (einst für meine XT600 konstruiert), die ich in die Standbohrmaschine einspanne. Von unten stelle ich als Widerlager ein Stück Holz gegen den Ventilteller und drücke dann einfach gegen. Die Keile lassen sich mit einer Spitzzange gut entnehmen.

Anschließen reinige ich die Ventile von allen Ablagerungen, indem ich über den Ventilschaft ein Stück PVC Schlauch stülpe. Den Schaft spanne ich dann in die Standbohrmaschine und säubere mittels 600er Sandpapier vorsichtig, ohne die Dichtfläche noch den Schaft zu beschädigen, das Ventil von oben und unten.

Danach schleife ich die Ventile neu ein. Dazu baue ich das Ventil ohne Federn ein, stülpe wieder ein längeres Stück PVC Schlauch auf den Schaft und das andere Ende spanne ich in einen Akkuschrauber. Durch leichten druck auf das Ventil schleife ich unter stetigen drehen und nachgeben von Vorschleifpaste das Ventil in den Ventilsitz ein. Danach das gleich nochmal mit Nachschleifpaste, damit die Oberfläche feiner wird.

Nach gründlicher Reinigung des Kopfes tausche ich die Ventilschaftdichtungen aus, indem ich diese mit einer 10er Nuss per Hand mit gefühlt und gerade aufpresse. MIt etwas Öl an der Dichtfläche flutscht die Dichtung quasi von alleine drauf.

Nun beginnt der zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge und der Austausch des Nockenwellen Alugleitkagers durch ein Kugelrillenlager. Hierzu muss ich allerding mal Fragen warum das ganze? Ich kann mir vorstellen, dass das Lager an einem höheren Verschleiß leidet, und den Belastungen, die die Nockenwelle darauf ausübt nicht standhält. Außerdem muss ich das Halteblech, was das Lager im Sitz hält bearbeiten und eine Nase entfernen, sehe ich das richtig?

VG

Heiko


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#12
Hallo Heiko,

ich kann nicht ganz nachvollziehen, wie du darauf kommst, dass das Kugellager weniger lang halten wird, als das Gleitlager.
Denn sobald mal etwas zu wenig Öldruck am Zylinderkopf ankommt, nimmt das Gleitlager schaden (und damit auf Dauer die Nockenwelle auch). Das Kugellager interessiert das nicht.
Der "Nachfolger" des TW-Motors ist der 250er Motor der bei der Tricker und dem Raptor Quad eingesetzt wird, bei dem hat Yamaha von sich aus dieses Kugellager eingesetzt.

Einer meiner Kunden arbeitet in der Entwicklungsabteilung von SKF/FAG und habe ihm die Daten des von mir verwendeten Kugellagers geschickt.
Seiner Meinung nach sollte es keinerlei Probleme geben.

Die max. Drehzahl für das Lager beträgt 22.000 U/min.
Die TW hat eine max. Drehzahl von 10.000 U/min und an der Nockenwelle kommt nur die halbe Motordrehzahl an. Sind also max. 5.000 U/min die das Kugellager aushalten muss.

Ja, die Nase von dem Blech muss entfernt werden.
Entweder du biegst die Nase irgendwie weg oder besser du entfernst sie mit dem Fräser oder vorsichtig mit der Flex.

Grüße,
Sebastian
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#13
Hallo Sebastian,

ich wollte damit nicht zum Ausdruck bringen, dass ich dem Lager nicht traue, sondern dass ich es noch nie in Motoren gesehen habe, dass die Nocke Kugelgelagert wird und ich unsicher war Wink Aber ich vertraue Dir da vollkommen. Das Lager ist drinne und läuft extrem sauber, leise und reibungsarm. Die Nase habe ich abgefräst und das Blech wieder montiert. Aber nun weiter im Takt:

Ich konnte es schlichtweg nicht mehr aushalten und wollte außerdem auch endlich fertig werden, also blieb der Kopf und Zylinder so wie er nach dem Strahlen kam und ich muss sagen es schaut auch recht akzeptabel aus.

Es ging ans reinigen der Dichtungsflächen des Kopfes und Zylinders. Habe meinen Dichtungsschaber nicht gefunden und mit anschleifen von Stechbeiteln habe ich schlechte Ergebnisse auf den Oberflächen erzielt. Also eben schnell weg gefahren und einen besorgt. Purer Wucher! Für das Hazet Teil wollten die 35€! Ich entschloss mich für das 10€ Modell und wurde nicht enttäuscht.

Der Kolben wurde in richtiger Richtung montiert, die Ringe entsprechend ausgerichtet. Danach war es Zeit für die, seit 2 Jahren herbei ersehnte Hochzeit. Auch beim montieren des Topends wurde nicht gespart und sämtliche Dichtungen sowie O Ringe erneuert. Die Steuerkette aufgelegt  und, wie auch die Ventile,  eingestellt. Neue O Ringe kamen in alle Deckel und bevor diese verschlossen wurden, ein guter Schluck Öl mit in den Kopf gekippt. Somit vermeide ich beim Anlassen, dass etwas ohne schmierfilm läuft.

Nachdem ich mit beim Vergasereinbau die Finger halb brach (genauso besch.... wie bei der 600er XT) und dann das Thema mit dem Chokekolben (anderer Threat) lösen konnte wurde der Motor mit Öl befüllt, die neue Batterie montiert und die Entlüftungsschraube des Öl Steigkanals ausgedreht um sicher zu gehen, dass die Ölpumpe ihren Dienst tut. Also erstmal ohne Kerze lastfrei durchdrehen lassen, bis das Öl oben wie geplant ankam. Schraube anziehen, Kerze einbauen, Stecker drauf, Benzinhahn aus UND...... Nix is.. wär ja auch viel zu schön, nicht war?

Nachdem ich die Kontakte in den Steckern, die vom Stator kommen und deren Gegenstücke mit Kontaktreiniger auf hochglanz brachte (korrodiert durch die Reinigung), sprang das Schätzchen an. Ein Lebenszeichen und Freude pur!

Nachdem ich den überlaufenden Vergaser in Füllstand und der Gemisch- und Leerlaufschraube in Grundstellung brachte sprang Sie hervorragend an. Ganz klar.. es folgte nach einer Warmlaufphase eine erste zarte Probefahrt ins grüne. Doch da gab es noch eine Ernüchterung.. Das Kettenrad ist ein 51er... Das 45er ist aber natütlich bereits bestellt und wird Mittwoch eintreffen. Aber Spaß hat´s dann doch wieder gemacht. Da ich meine XT gewohnt bin fühlte ich mich wie auf einem Mofa aber mit richtig Durchzug aufgrund des falschen Kettenrades. Nach 10 km am 1. und weiteren 30 am 2. Tag (Stadt und Feldweg bei sehr geringer Drehzahl) habe ich mich auch wieder an die grobstolligen breiten Schlappen, die das Fahrgeräusch eines LKW bei uns im THW hervorragend immitieren können gewöhnt.

Kommenden Monat muss Sie zum Tüv meines vertrauens. Also genau pünktlich fertig geworden. Danach belästige ich den guten Mann mal damit, wie wir die 225ccm die einen echten Unterschied zu vorher darstellen, am geschicktesten in die Papiere eingetragen bekommen. Ich hoffe er wird so sozial sein, wie er es sonst auch in der Regel is.

Ende gut, alles gut! Anbei noch einige Bilder


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#14
Wer irgendwelche Bilder benötigt, einfach melden. Ich habe reichlich Dokubilder geschossen, aber noch nicht alle hier hochgeladen.


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